Neulich am Ende des Tunnels

Immer wenn Du denkst es geht nicht mehr,
kommt von irgendwo ein Lichtlein her!

Von irgendwo! Das bescheuerte Licht hat scheinbar keinen festen Wohnsitz. Irgendwo zwischen den Welten irrt es ziellos umher.
Scheinbar.
Was nützt mir denn seine Hilfe immer kurz vor Schluß. Glück im Unglück hilft auf die Dauer auch nicht weiter! Dieses Licht ist ein böses Licht. Wahrscheinlich ist es das Licht vom Ende des Tunnels, ständig in hetze, den Leidenden und Traurigen den Rest zu geben.

Aber nicht in der Form, dass es endlich ein Ende hat mit dem Elend, nein!, es sorgt dafür, dass es wieder ein Stück bergauf geht, damit man ins nächste Loch stürzen kann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Licht vom Teufel ist, denn der Teufel richtet immer nur den gleichen Schaden an. Er ist dafür zuständig, dass dieser Planet endlich zu Grunde geht, damit nicht ständig alle anderen Götter mit dem Finger drauf zeigen und sich schieflachen. Eine sehr peinliche Situation für unseren Schöpfer. Dieses kleine Schweinelicht arbeitet viel subtiler. Mit Informationen, die dem fehlgeleiteten oder verunglückten Guten gar nicht zur Verfügung stehen. Ich spekuliere darauf, dass es tatsächlich das essentiell Böse ist. Die Sorte von Bösesein, die wir in dieser Reinheit und Qualität auf der Erde gar nicht finden. Denn auch das größte Arschloch auf diesem Planeten ist ja noch in der Lage wenigstens seinen Hund zu lieben oder nach gutem käuflichen Sex eine zeitlang friedlich zu sein.

Dieses kleine Mistlicht ist im Auftrag des Allmächtigen unterwegs. Der Vollstrecker von Gottes letztem Willen, nämlich uns so lange zur Verzweiflung zu treiben, bis wir endlich auf den Knien sind und die Gebote 1 – 10 als alleingültig unterschreiben. Dann ist ja angeblich alles im Lot.
Dieses kleine Verräterlicht, dieses schadenfrohe, gehässige Arschloch von einem Licht, hat mich wieder mal in eine Falle gelockt. Es hat in mein Herz geleuchtet, dass es durch meine Augen nach draußen gestrahl hat und mir eine leuchtende Zukunft projeziert. Alles war licht und hell, das herrliche Feuer der Liebe, die einzigen Schmerzen, die gut tun. Und ich Idiot – total verstrahlt – bekenne meine Liebe und bin total grell. Um so überraschter war ich, als sie mir das Herz rausgerissen hat und bei mir die Lichter ausgingen.
Jetzt sehe ich schon das Licht in schwungvollen Bahnen auf mich zukommen. Es hat scheinbar seinen Spaß.

© & ℗ Frank Barneföhr · Alle Rechte vorbehalten · Text/Ba · Keine unerlaubte Kopie, auch nicht auszugsweise, ohne schriftliche Genehmigung des Verfassers.

Geschrieben von · Der Silbenschmied

Ich spreche mit Tieren, tanze beim Kochen und singe beim Autofahren. Ich lache gerne. Über mich, das Leben und den ganzen Rest. Und manchmal auch einfach nur so.

ein Kommentar

  1. Es ist manchmal einfach nicht zu fassen, was das eigene Herz mit einem anstellt! Meine Angebetete hat mir den Arm auf den Rücken gedreht und mit mir den Boden aufgewischt…so kann das kommen. Aber lernt man was daraus? Herz? Kannst du mich hören?
    Nein, es wird es niemals lernen.

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