Wenn mein Herz ein Garten wäre
Würdest du ihn pflegen?
Geheime Wünsche wachsen lassen
Das sie seltsame Früchte tragen
Und merkwürdige Blüten treiben?

Sicher nicht!

Denn stahlkalten Spaten gestatte ich nicht
Meine Beete zu bestellen
Du müsstes mit den Händen graben
Und würdest es nicht tun!
Da deine Hände dir zu schade für mich sind

Auch das ist eine Antwort!

Denn deine liebsten Früchte
Wachsen nur an Dornentrieben
Nur deine eigene Sonne bescheint sie
Und nur deine eigene Nacht ist finster genug
Ihre Häßlichkeit zu verbergen

                         ❦

Wenn meine Seele Wasser wäre
Würdest du es trinken?
Das ich dir damit Leben spende?
Und du angewiesen wärest auf es
Bis dich nie wieder dürstet?

Sicher nicht!

Denn wäre ich Wasser, wollt‘ ich nicht
Auf bitt‘re Lippen stoßen
Du müsstest sie mit Küssen süßen
Und du würdest es nicht tun!
Aus Angst vor deinen Schwächen

Auch das ist eine Antwort

Denn deine weichen Lippen
Sind wie rote Sofakissen
Worauf sich freche Lügen lümmeln
Und Schweinereien nebeneinader sitzen
Bis sie aufgerufen werden

                         ❦

Wenn meine Lust der Äther wäre
Würdest Du dort strahlen?
Gleißend wie der Sonne Feuer?
Um funkelnd hell dein Licht zu brechen
Durch einen strahlend blauen Himmel?

Sicher nicht!

Denn eine unsichtbare Sonne
Läßt nicht wachsen, was ich verberge
Du müsstest zeigen, was du willst
Und nichts kann strahlen, was nicht glänzt
Denn wer du bist, darf niemand wissen

Auch das ist eine Antwort!

Denn jeden Schein, der dir nicht gilt
Bestrafst du mit Verachtung
Du selbst möchtest der Fixstern sein
Inmitten geschändeter Umlaufbahnen
Wie ein schwarzes Loch

© & ℗ Frank Barneföhr · Alle Rechte vorbehalten · Text: Frank Barneföhr · Keine unerlaubte Kopie, auch nicht auszugsweise, ohne schriftliche Genehmigung des Verfassers.

Geschrieben von · Der Silbenschmied

Ich spreche mit Tieren, tanze beim Kochen und singe beim Autofahren. Ich lache gerne. Über mich, das Leben und den ganzen Rest. Und manchmal auch einfach nur so.

ein Kommentar

  1. Wow, beeindruckendes Gedicht. Gefällt mir sehr gut und berührt mich! Besonders der Satz hats mir angetan: „Denn stahlkalten Spaten gestatte ich nicht meine Beete zu bestellen“ Gut wenn man den Willen hat, sich nicht von bitteren Lippen küssen zu lassen. Da hab ich wohl noch einiges zu lernen, ich laufe noch gerne dem falschen Schein nach…

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