Wer fühlen will, muss hören

Am Brunnen vor dem Tore,
Da steht ein Lindenbaum
Ich hat’ in seinem Schatten
So manchen bösen Traum

Er schnitt in meine Seele
so manches schlimme Wort;
Und zog in Freud und Leide
Zu ihm mich immer fort

Ich mußt’ auch heute wandern
Voll Angst in tiefer Nacht,
Und hab vor lauter Schrecken
Kein Auge zugemacht

Und seine Zweige rauschten,
Als riefen sie mir zu:
Komm her zu mir, Geselle,
Sonst geb ich keine Ruh!

Die kalten Winde bliesen
Mir grad in’s Angesicht;
Der Hut flog mir vom Kopfe,
Ich wendete mich nicht

Nun bin ich alle Tage
Verbunden diesem Ort,
Ich hing mich auf am Baume
Zu finden Ruhe dort

Jetzt kann ich endlos wandern
Und gehe um und um
Und seh‘ ich gute Träume
Dann bringe ich sie um

Was mir ward nicht vergönnet
steht auch keinem and‘ren zu
So will ich ewig leben
Ohne Rast und Ruh‘

Urspr. Volkslied; Variation und Interpretation © & ℗ Frank Barneföhr · Alle Rechte vorbehalten · Musik M.K.S. „Epic” · Keine unerlaubte Kopie, auch nicht auszugsweise, ohne schriftliche Genehmigung des Verfassers.

Geschrieben von · Der Silbenschmied

Ich spreche mit Tieren, tanze beim Kochen und singe beim Autofahren. Ich lache gerne. Über mich, das Leben und den ganzen Rest. Und manchmal auch einfach nur so.

2 Kommentare

  1. Ein wunderschönes Volkslied!
    Als ich gehört habe, wie es von den Nazis missbraucht wurde, habe ich mir vorgestellt mit welcher Enttäuschung mancher Soldat in seine Heimat, an diese glorifizierten Orte zurückgekehrt ist.
    Der Umstand, dass wir nur von den Toten aus den Kriegen hören, sollte uns sehr zu denken geben. Denn die Zahl der Verletzten und psychisch Geschädigten und aller derjenigen, die Spätschäden davon getragen haben und die Zahl von denen, die darunter noch jahrzehntelang zu leiden hatten – die Frauen und Kinder – ist nicht nur viel höher, sondern auch viel gefährlicher für den Alltag, der so schnell es geht wieder ganz normal werden muss! Krieg hin oder her!

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