Patientia et licentia* (lat.)

Posted on 5. April 2013

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Der neue Tag rückt mir schon wieder verdächtig nahe auf die Pelle – jeden Tag das gleiche! Sie geben nie auf. Die Stunden und Minuten. Getrieben von den Sekunden, die, wenn auch unscheinbar und klein, doch das Kommando haben.
Stunden sind zu träge und Minuten zu blöde. Aber Sekunden, die sich in Bruchteile spalten und ganze Gedankenwelten entstehen oder zusammenbrechen lassen können!, die bestimmen das Geschehen, die entscheiden über Gedeih und Verderb innerhalb von einem Augenblick! Innerhalb von einem Moment. Dort zeigt sich ihre wahre Größe. Denn eine Minute, eine Stunde ist kein Moment – haben kaum Kraft eine Entscheidung zu erzwingen, verändern nicht so drastisch, wie der Bruchteil einer Sekunde!
Stunden schleichen sich fort aus unseren Erinnerungen. Langsam, Schritt für Schritt, bis sie ganz verblassen und nur noch als Silhouetten am Horizont unseres Lebens zu sehen sind. Minuten werden ganz und gar unsichtbar und verschwinden ohne Abschied. Sie sind sowieso nur Teile einer Stunde. Wie Bedienstete in einem unglücklichen Haus – immer in Eile und darauf bedacht, während ihrer Arbeit nicht aufzufallen und ja nichts falsch zu machen.
Das die Erde sich dreht und die Sonne sich nicht bewegt – das ist ihr ewiges Kapital. Darauf begründet sich ihre *Gleichgültigkeit und Willkür.

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